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Werterhalt wird einfacher

09.05.2018    

Denkmal- und Heimatschutzgesetz – Im Baselbiet wurden Investitionen in Ortskernen bisher aufgrund des restriktiven Denkmal- und Heimatschutzgesetzes (DHG) massiv erschwert – nachdem der Landrat das revidierte DHG überwiesen hat, werden die Sanierungsmöglichkeiten erheblich verbessert.

Wer bisher in einer Kernzone seine Gebäude sanieren, aufwerten oder auch nur schon mit gezielten Investitionen im Wert erhalten wollte, hatte es im Kanton Baselland nicht einfach. Oftmals fehlte aufgrund des Denkmal- und Heimatschutzes die für Investitionsvorhaben wichtige Planungssicherheit für die Eigentümerinnen und Eigentümer.
Darum wurden in den vergangenen Jahren in zahlreichen Ortskernen mit historischer Bausubstanz dringend notwendige Sanierungsmassnahmen zunehmend vernachlässigt.
Die Folge: Leblos wirkende Dorfzentren, unansehnliche Gebäudefassaden und schlecht oder auch gar nicht genutzte Gebäudevolumen – insbesondere auch im oberen Kantonsteil. Diese unbefriedigende Situation dürfte sich in den kommenden Monaten und Jahren nun deutlich verbessern, denn der Baselbieter Landrat hat in seiner Sitzung vom 8. Februar 2018 das von der Regierung vorgelegte revidierte Denkmal- und Heimatschutzgesetz (DHG) mit 67 gegen 16 Stimmen gutgeheissen. Das Gesetz bringt folgende Verbesserungen:

1. Nutzung gemäss heutigem Leben und Wohnen
Bisher war die Umsetzung vieler Massnahmen aufgrund der restriktiven gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich. Gemäss revidiertem DHG können Kulturdenkmäler neu nach den Bedürfnissen des heutigen Lebens und Wohnens für bisherige oder neue Zwecke genutzt und unter Berücksichtigung ihres Werts verändert werden.

2. Fachinventare werden veröffentlicht
Die Fachinventare und die Resultate aus der wissenschaftlichen Erforschung von Kulturdenkmälern sind gemäss neuem DHG zu veröffentlichen. Damit wird auch das Bauinventar veröffentlicht. Dabei handelt es sich um ein Verzeichnis mit Objekten bis Jahrgang 1970, welche gemäss kantonaler Denkmalpflege schützenswert sind.

3. Mehr Berufsleute aus der Praxis in den Gremien
In den Kommissionen werden neu jeweils mindestens drei praktisch tätige Berufsleute aus der Baubranche vertreten sein. Damit fliesst deutlich mehr aktuelles Bau-Know-how zugunsten der Anliegen der Bauherrschaft in die Überlegungen der Kommission ein.

4. Betroffene Eigentümer erhalten ein Mitspracherecht
Will die Regierung ein Kulturdenkmal ins kantonale Inventar übernehmen, ist dies nur mit dem Einverständnis der Eigentümerinnen und Eigentümer möglich.

5 Auch die Gemeinden sind mitspracheberechtigt
Neu erhalten die Einwohnergemeinden das Recht auf Anhörung zu einzelnen Traktanden, welche ihre Gemeinde betreffen.

Das revidierte Denkmal- und Heimatschutzgesetz wird vom HEV BL ausserordentlich begrüsst. Das gleiche gilt für die Wirtschaft. Denn für die Eigentümerinnen und Eigentümer bringen die Gesetzesänderungen erhebliche Verbesserungen mit sich.

dan